Sportmedizin: Knochenarbeit

Gerüst im Stress

von Professor Bernd Rosemeyer

Wer auf der Runde (Golfrunde) einbricht, muss nicht unbedingt in schlechter Form sein. Oft sind für konditionelle Schwächephasen "müde Knochen" der Auslöser.

Dieses Situation kennt sicher jeder Golfer. Man ist ganz gut in die Runde gestartet, aber ab dem neunten, zehnten Loch werden die Schritte immer schwerer, der Bewegungsfluss gerät ins Stocken und die Konzentration lässt nach. Wenn aber die Beine streiken oder die Gelenke steif werden, dann liegt das häufig am Knochenstoffwechsel, der nicht so richtig auf Touren kommt.

Dies kann ganz einfach an der Übersäuerung des Organismus liegen - Säuren gehen auch an die Knochen. Der Organismus ist darauf angelegt, den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Bei einem Überschuss an Säure entzieht er den Knochen

- unserem größten Kalziumspeicher- zur Neutralisierung der Säure eben dieses wichtige Element. Permanente Übersäuerung führt mit der Zeit zu einem Kalksalzmangel in der Knochenstruktur, das langfristig eine Verminderung der Knochenmasse und osteoporotische Erkrankungen bedingt.

Ein anderer Auslöser für müde Knochen resultiert aus dem Arbeitsstress dieser wichtigen Halte- und Stabilisierungskonstruktion. Immer da, wo Bänder, Sehnen und Muskeln defizitär sind, wird das sensible Gleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit gestört. Die Knochen müssen dann mehr an Führungsarbeit für die Gelenke übernehmen. Der Band- und Muskelapparat soll laut anatomischem Bauplan eigentlich die Gelenke entlasten. Sind die Muskeln und Bänder jedoch zu schlaff, zu wenig trainiert oder entbehren sie an Masse, übernehmen die Knochen zwangsläufig die Führungs- und Haltearbeit. Das aber widerspricht der Bewegungsmechanik. In der Folge kommt es zu Stresssymptomen der Knochen - sie werden schneller müde. Und Müdigkeit ist ein Anzeichen für Überlastung. Dies ist ein biomechanischer Teufelskreis: träge Bänder, Sehnen und Muskeln stressen die Knochen! Gestresste Knochen können die Gelenke nur bedingt entlasten, was zu einer Überbeanspruchung der gelenkbildenden Komponenenten führt. Und diese wirkt auf die Knorpelstrukturen ein. Am Ende dieser Prozesskette steht der Knorpelverschleiß. Ein mechanisch bedingter Schaden, der irreparabel ist. Denn die Überbeanspruchung der Knochen sensibilisiert sie für die Knochenhautentzündungen, Akutverletzungen, Ermüdungsbrüche - die ohne äußeres Trauma auftreten- und letzten Endes auch für die Osteoporose.

Ab 30 bauen die Knochen ab

Knochen haben einen viel langsameren Stoffwechsel als "weiche" Körperteile. Knochenzellen sorgen durch Kalksalzproduktion und Einlagerung des Kalziumphosphats ins Knochengewebe für die Verknöcherung, die mit dem 20. Lebensjahr für die Röhrenknochen und mit dem 30. für die Wirbelsäule endgültig abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt haben wir unsere "peak bone mass". Von da an bauen die Knochen ab, und zwar um so schneller, je weniger wir sie belasten.

Ständig finden im Knochen auf- und Abbauprozesse stett, die sehr ökonomisch sind: werden Knochen viel belastet, werden sie aufgebaut, bei wenig Belastung wird Substanz abgebaut. Im Knochenmark bilden sich rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Organismus transportieren. Der Knochen steht mit dem gesamten Stoffwechsel des Körpers in Verbindung. Vielseitige, häufige Bewegung unterstützt diesen Stoffwechselprozess.

 

TIPPS gegen "müde Knochen":

1. Tun Sie Ihren Knochen Gutes!

Gönnen Sie Ihnen ausreichend biologische Vitalstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme/Fermente. Fragen Sie Ihren Arzt oder Fachkräfte der Ernährungsberatung.

(Wenn Sie mich fragen: Nehmen Sie Juice Plus+)

2. Mineralien und Spurenelemente sind lebensnotwendige Stoffe, die der Organismus für den Zellenaufbau in den Organen und im Knochengerüst benötigt. Für den Stoffwechsel, für Nerven und Muskeln, für das Säure-Basen-Gleichgewicht sind sie unverzichtbar. Mineralstoffe sind unter anderem Kalzium, Magnesium, Natrium. Spurenelemente sind z.B. Eisen, Fluor, Jod, Selen. Der tägliche Bedarf an Mineralien und Spurenelementen liegt bei ca. 100 mg.

(Vorsicht bei isolierten Mineralstoffen oder Spurenelementen! mein Kommentar)

3. Aktivieren Sie ihre Knochen: Eine regelmäßige Bewegung "weckt" müde Knochen aus dem Stoffwechselschlaf.

4. Bedenken Sie, dass müde Knochen ein Verletzungsrisiko darstellen. (Ermüdungsbruch, Haarrisse)

5. Vermeiden Sie die Sünden im Freizeitsport! Schlechte körperliche Vorbereitung - statt Aufwärmtrainig gleich auf die Runde starten - widerspricht den Ansprüchen von Muskeln und Knochen.

5. Müde Knochen (zu wenig Kalzium) und müde Muskeln (wegen mangelder Durchblutung, Schlackenstoffen) bewirken mechanische Gelenkprobleme.

6. Denken Sie daran: Der Abbau der Knochen geht leider immer schneller als der Aufbau. Wenn Sie ihn stoppen wollen, müssen Sie Ihre Knochen immer aktiv und vielseitig belasten. Eine Mühe, die Ihnen auch Ihr Golfspiel danken wird.

Golf Journal Heft 7, Juli 2006



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